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1944: 20. Juli 1944 - Orte des Unrechts

Auf einen Blick

  • Wolfenbüttel
  • Für Kinder

1944: 20. Juli 1944

Schloss-Schule

Am 20. Juli 1944 erfolgte ein Sprengstoffattentat auf Adolf Hitler. Hitler überlebte, der geplante Regierungsumsturz misslang. Zum Kreis der Widerstandsgruppe gehörte auch der beruflich in Wolfenbüttel tätig gewesene Oberstleutnant Werner Schrader. Er hatte den Sprengstoff für die Anschlagsbombe geliefert. „Ich gehe nicht ins Gefängnis, ich lasse mich nicht quälen“, schrieb er am 28. Juli auf einen Zettel und erschoss sich.

Als man in Wolfenbüttel erfuhr, dass ein ehemaliger Lehrer und Bewohner der Stadt zu dem Kreis der „Verräter“ gehört hatte, brach eine regelrechte Hysterie unter den örtlichen Protagonisten des NS-Regimes aus. Ein damaliger Grundschüler erinnerte sich 2015: „An einem Sommertag wurde der Schulbetrieb unterbrochen. Wir mussten das Gebäude verlassen und auf dem Schulhof antreten [...]. Und dann erschien ein Mann in Uniform [...], bestieg ein kleines Podium und begann eine Rede nicht zu halten, sondern zu schreien, zu schmettern, zu brüllen … Ich […] hatte Angst, weil [mir] nicht klar war, wem da eigentlich gedroht wurde und warum.“

Werner Schrader, Jahrgang 1895, war aus Königslutter gebürtig. Nach der Ausbildung zum Lehrer meldete er sich sogleich als Freiwilliger zum Kriegsdienst. Nach Kriegsende ging er in Wolfenbüttel am Schloss in den Schuldienst. Seine Wohnung nahm er im Hause Reichsstraße 1 (Prinzenpalais).

Schrader war in mehreren deutsch-nationalen Vereinen engagiert, unter anderem in dem Wehrverband Stahlhelm. Trotz seiner nationalistischen Grundeinstellung geriet er in Konflikt mit den im Freistaat Braunschweig regierenden Nationalsozialisten. Er wurde als Hochverräter angeklagt und aus dem Schuldienst entlassen.

Nach einer erfolgten Amnestierung wurde Werner Schrader zur Wehrmacht einberufen und dem Hauptquartier des Oberkommandos des Heeres zugeteilt. Er bekam Zugang zum militärischen Widerstandskreis um Admiral Wilhelm Canaris. Hier legte er ein geheimes Archiv mit Meldungen und Fotografien zu Gräueltaten der SS an

Allgemeine Informationen

Auf der Karte

1944: 20. Juli 1944 - Orte des Unrechts
Stadt Wolfenbüttel
Schlossplatz 13
38304 Wolfenbüttel
Deutschland

Tel.: +49 5331 / 86-280
E-Mail:
Webseite: lessingstadt-wolfenbuettel.de

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