In diesem ehemaligen Steinbruch am Kruxberg treten die bis zu 10 m mächtigen Ablagerungen des Oberen Muschelkalkes zu Tage.
Dünne Kalkmergel-Zwischenlagen trennen die Trochitenkalkbänke und lassen so eine deutliche Schichtung erkennen. In den Gesteinsbruchstücken am Fuß der Steinbruchwand kann man die namendsgebenden Trochiten deutlich erkennen. Als Trochiten bezeichnet man die zu Stein gewordenen, scheibenförmigen Stielglieder der Crinoiden (Seelilien), einem Meerestier aus der Familie der Stachelhäuter (Echinodermata). Die Art Encrinus liliiformi mit ihrer typischen, gedrungenen robusten Krone war im Muschelkalkmeer am häufigsten vertreten. Nach dem Absterben der Tiere zerfielen Kronen und Stiele relativ rasch in ihre Einzelteile, die dann in die kalkigen Meeresablagerungen eingebettet wurden. Nach und nach zersetzten sich dir organischen Bestandteile und die so entstandenen Hohlräume wurden verfüllt und verfestigt, um nach mehr als 200 Millionen Jahren als versteinerte Zeitzeugen von der Welt zu Beginn des Ermittelalters zu berichten. In der Muschelkalkzeit, vor 210 Millionen Jahren, bedeckte ein relativ flaches, warmes Binnenmeer dieses Gebiet. Kolonien von Seelilien, die am Meeresboden fest verankert waren, besiedelten die küstenfernen Schelfgebiete dieses tropischen Meeres, das zur Zeit des Oberen Muschelkalkes wieder zunehmend mit Wasser aus dem Südmeer, der Thetys, gespeist wurde. So wanderten vermehrt Tiere des offenen Ozeans ein. Neben Placodus und Sinosaurus fanden auch Notho- und Ichthyosaurier, Ammoniten (Kopffüßler), Brachiopoden (Armfüßer), Conodonten (Schädellose), Muscheln und Crinoiden (Seelilien) ideale Lebensbedingungen vor.