© Jessica Lau, (c) Christian Bierwagen, Stadt WF

Auf Lessings Spuren

Auf einen Blick

  • Start: Lessingplatz 1
  • Ziel: Kommissstraße 5
  • 2,76 km
  • 40 Min.
  • 2 m
  • 79 m
  • 77 m

Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781), der große deutsche Schriftsteller der Aufklärungszeit, verbrachte sein letztes Lebensjahrzehnt als Leiter der Herzoglichen Bibliothek in Wolfenbüttel. Hier hat er einige seiner bedeutendsten Werke verfasst, Emilia Galotti, Nathan der Weise und Die Erziehung des Menschengeschlechts, hier hat er den wohl folgenreichsten theologischen Disput des deutschen 18. Jahrhunderts geführt, den sogenannten Fragmentenstreit. Auch persönlich waren die Wolfenbütteler Jahre für Lessing eine ereignisreiche Zeit; so verlebte er hier von 1776 – 77 nach der Heirat mit Eva König und dem Umzug ins Meißnerhaus das wohl glücklichste Jahr seines Lebens.  Als er 1770 im Alter von 42 Jahren in Wolfenbüttel eintrifft, ist Lessing bereits ein bekannter Schriftsteller. Seine finanziellen Sorgen sind freilich so groß, dass er die lebenslang gehegten Vorbehalte gegenüber »allem, was einem Amte ähnlich sah«, aufgeben musste. Der Versuch, in Hamburg ein deutsches Nationaltheater zu etablieren war fehlgeschlagen, ebenso die Gründung eines Druckerei- und Verlagsunternehmens. In Wolfenbüttel nun erhält der neu ernannte Bibliothekar eine feste Anstellung, »sechs hundert Thaler Gehalt, nebst freyer Wohnung und Holz auf dem fürstl. Schloße«; er schreibt kurz nach seiner Ankunft: »Ich habe alle Gründe zu hoffen, dass ich hier recht glükklich leben werde«.  Doch Wolfenbüttel ist nach dem Fortzug des Hofes nach Braunschweig 1753 keine Residenzstadt mehr, Handwerker und Kaufleute müssen den Verlust ihrer Kundschaft hinnehmen, die Einwohnerzahl sinkt und Lessing vermisst schon bald die geistreiche Geselligkeit, die er in Leipzig und Berlin, Breslau und Hamburg genossen hatte. Freunde und Bekannte wird er deshalb verstärkt im Kreis der Braunschweiger Gelehrten suchen.  Mehr noch, die Jahre im »verwunschenen « Schloss, dessen einziger Bewohner er ist, machen den Dichter einsam, er neigt zu Melancholie und Bitterkeit, vor allem, als kurz nach dem Umzug der Familie Lessing Ende Dezember 1777 in das Schäffersche Haus – das heutige Lessinghaus – der Sohn Traugott nur einen Tag nach der Geburt stirbt und die Mutter zwei Wochen später dem Kindbettfieber erliegt.  Wer Lessings Wegen in Wolfenbüttel nachgeht, sollte also auch daran denken, dass der große Schriftsteller mit der kleinen Stadt sich lange schwergetan hat – wie umgekehrt auch Wolfenbüttel mit Lessing. Der hier angeregte Gang durch das historische Wolfenbüttel soll etwas von der Vielfalt seiner Bekanntschaften und sozialen Verbindungen zeigen – vom Kutscher, der den Dichter nach Braunschweig bringt, über den Bibliothekssekretär, den Vorgesetzten, Leibarzt, Schachpartner und die wenigen Freunde bis hin zum Pfarrer, der von der Kanzel der Hauptkirche aus gegen den vermeintlichen Freigeist predigt.  Vielleicht führt der Weg durch die Lessingstadt den einen oder anderen ja auch zu den Werken des Dichters. Schon der junge Lessing schrieb: »Wir wollen weniger erhoben / Und fleissiger gelesen seyn.« 

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