Auf dem Höhenweg Salzgitter wandert man auf einem aus Muschelkalk bestehenden Bergkamm.
Die Gestene des Oberen Muschelkalkes bilden hier einen Härtlingsrücken, der aus seiner Umgebung deutlich herausragt. Im Norden schließen sich die etwas "weicheren" Ceratitenschichten des Oberen Muschelkalkes und im Süden die mergligen Schichten des Mittleren Muschelkalkes an, die im Laufe der Jahrmillionen wesentlich stärker erodiert worden sind und hier eine Mulde bilden. Namensgebendes Fossil in den Ceratitenschichten ist der Ammonit Ceratites, ein Tintenfischähnlicher Kopffüßler, der in großer Zahl das warme Muschelkalkmeer bevölkerte. Der Höhenweg führt auf dem aus Trochitenkalk gebildeten Sattel entlang. Besonders nach einem frostreichen Winter sind hier die herausgewitterten Trochiten (vom griechischen "trochos" = Rad), die scheibenförmigen, fossilen Stielglieder der Seelilie Encrinus liliiformis zu finden. Diese Trochiten wurden in vorchristlicher Zeit zu Halsketten verarbeitet und galten bei den Germanen als Talisman für Tapferkeit. Mit der Christianisierung mussten die Sachsen ihre Sonnenradsteine, auch Bonifatiuspfennige oder Hexengeld genannt, wie alles Heidnische abgeben. Aber noch im 18. Jahrhundert wurden Trochiten als Heilmittel gegen Epilepsie, giftige Tiere, Schwindel und Nierenleiden in den Apotheken verkauft.